1. März 2020 bis 20. November 2020 in der Fahrzeughalle


"Wir geben Menschen ihre Geschichte zurück". Im Jahr 1946 ließ die Firma Zettelmeyer ihre Mitarbeiter fotografieren. Wir suchen Zeitzeugen, die die Jahre des Wiederaufbaus

Zwischen 1946 und 1948 fertigte der Industriegraphiker Erich Prinz Passfotos für viele Menschen in der Region Trier an, unter anderem auch für die Belegschaft der Fa. Zettelmeyer in Konz. Die eindrucksvollen Porträts dieser uns heute unbekannten Menschen werden in der Fahrzeughalle des Freilichtmuseums Roscheider Hof erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Ausstellungseröffnung am Sonntag, 01.03.2020 um 15.00 Uhr

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Im letzten Jahr bekam das Museum einen Ordner mit Zeichnungen und Fotografien geschenkt, die der Grafiker Erich Prinz aus Trier in der Nachkriegszeit angefertigt hatte. Die Fotos zeigen Porträtaufnahmen von Menschen aller Altersgruppen, alte Männer, junge Mädchen. Eindringliche Gesichter, Charakterköpfe, Menschen mit Lebensspuren. Man möchte in den Gesichtern die Lebensgeschichte der Menschen ablesen, aber leider wissen wir nur wenig über diese Fotos. Soviel aber ist bekannt: Sie wurden zwischen 1946 und 1948 eben von Erich Prinz angefertigt. Wie viele Menschen war er in der Nachkriegszeit arbeitslos und musste sich irgendwie durchschlagen. Da er als einer der wenigen über eine Kamera und Filme verfügte, verlegte er sich mit seinem Bruder auf das Anfertigen von Passbildern in der Umgebung Triers. Der Bedarf an solchen Bildern war sehr groß, denn jeder brauchte in dieser Zeit neue Papiere. Als Bezahlung für diese Fotos nahm er in der Regel Naturalien (Lebensmittel etc.). Ein ganz wichtiger Anhaltspunkt ist aber auch, dass diese Fotos von Erich Prinz in seinem Ordner mit den Entwürfen für Werbegrafiken der Fa. Zettelmeyer in Konz abgeheftet waren. Sollten die hier abgebildeten Menschen die Zettelmeyer-Mitarbeiter der Stunde Null sein, die unter schweren Bedingungen ihren, durch die Kriegsereignisse schwer beschädigten Arbeitsplatz, wiederaufgebaut haben? Dieser Frage wollen wir mit Ihrer Unterstützung nachgehen.

Und jetzt kommen Sie als Besucher dieser Ausstellung ins Spiel. Vielleicht erkennen Sie jemanden auf diesen Fotos, können uns den Namen nennen und vielleicht sogar seine Lebensgeschichte erzählen. Wir haben ein Blatt mit den Fotos vorbereitet, auf dem Sie alles, was Sie wissen, eintragen können. Vielleicht haben Sie noch andere Fotos oder persönliche Erinnerungsstücke an diese Person. Es wäre schön, wenn Sie diese dem Museum – zumindest als Leihgabe – zur Verfügung stellen könnten. Das Freilichtmuseum wird die Ergebnisse zusammenfassen und im Verlauf der Ausstellung präsentieren, diese ist somit nicht statisch, sondern einem ständigen Wandel unterworfen Ein schönes Resultat wäre es, wenn wir auf diesem Wege allen Fotografierten zumindest wieder beim Namen nennen könnten. Sollten Sie Einwände oder Bedenken gegen das öffentliche Ausstellen des einen oder anderen Fotos haben, da es sich um einen engen Verwandten oder gar um eine noch lebende Person handelt, wenden Sie sich ebenfalls an die Museumsverwaltung. Wir bedanken uns schon jetzt recht herzlich für Ihr Engagement und Ihre Mitarbeit.


Das Video von der Ausstellungseröffnung: