Der Kräutergarten
Der Kräutergarten des Roscheider Hofes enthält über 100 Pflanzenarten, die vom Mittelalter bis in die Gegenwart eine wichtige Rolle als Heil-, Gewürz- und Zauberkräuter spielten und immer noch spielen.




Diese Pflanzen sind in 10 Beeten nach ihrer medizinischen bzw. magischen Wirksamkeit angeordnet und beschildert.:

Beet 1: Verdauungswirksame Pflanzen
Beet 2: Heilpflanzen für Niere und Blase
Beet 3: Pflanzen der Hautheilkunde
Beet 4: Heilpflanzen für Verletzungen
Beet 5: Pflanzen der Frauenheilkunde
Beet 6: Nervenwirksame Pflanzen
Beet 7: Rheumawirksame Pflanzen
Beet 8: Herz- und kreislaufwirksame Pflanzen
Beet 9: Heilpflanzen für Erkältungen und Immunsystem
Beet 10: Zauberpflanzen

Pflanzen, die als Gewürzkräuter und Heilkräuter zugleich dienen, finden sich in den Bauerngärten des Hunsrückweilers wieder z. B. Beifuß, Melisse (s. Tafel daselbst).

Die Beete befinden sich vor dem Hintergrund einer alten, efeuberankten Natursteinmauer im Osten und sind nach Westen hin von einer geschnittenen Buchsbaumhecke eingefriedet.

Nach klassischem Vorbild ist der Garten geometrisch angelegt, mit einem steinernen Säulentisch in der Mitte und je einer Bank im Schatten zweier Bäume .

Historische Gartenpläne des 1330 erstmals erwähnten Roscheider Hofes existieren nicht oder nicht mehr. Die jetzige Form der Anlage sowie des Pflanzenbestandes wurden deshalb aus der mit Bewirtschaftung von Landsitzen sich befassenden Hausväter- und Gartenliteratur des 16. bis 18. Jahrhunderts rekonstruiert: Landsitze dieser Epoche besaßen einen als „Arzneigarten" bezeichneten Gartenbereich, der die medizinischen Kräuter enthielt. Dagegen waren die Gewürzkräuter zumeist in einen gesonderten Küchengarten gepflanzt. Beide Bereiche unterstanden der Frau des Hauses. Listen von Arzneigärten enthielten bis zu 150 Pflanzennamen, darunter viele schon im „Capitulare de villis" erwähnte Pflanzen, eine auf Karl den Großen zurückgehende Landgüterverordnung (812).

Dem Museum dient dieser Garten zur Zeit zu reinen Anschauungs- und Zierzwecken.