Biedermeier Wohnzimmer
Der erste Raum zeigt eine Wohnstube aus der Zeit um 1840 mit gedeckter Kaffeetafel. Die Zeit nach dem Empire ist durch eine bescheidene bürgerliche Lebensgestaltung und betonte Schlichtheit gekennzeichnet. Die Häuslichkeit, die Geselligkeit in Familie und Freundeskreis drückt sich auch im Mobiliar der Zeit aus.

Die Möbel sind zurückhaltend mit Ornamenten versehen und eher auf die Wirkung ihrer ausdrucksstarken Holzmaserung ausgerichtet. Im frühen Biedermeier bevorzugte man helle Hölzer wie Birnbaum, Birke, oder Kirschbaum. In den 50er und 60er Jahren kamen auch dunklere Holzsorten wie Nussbaum und Mahagoni hinzu.

Neben Standuhr und Nähtischchen sind die zu einem Rundtisch zusammengeschobenen Halbrund-Konsoltische, sogenannte „Demi-Lunes“, raumbestimmend. Hierauf liegt eine Kaffee-Decke. Dieser schmale Läufer verhindert, dass die nochhenkellosen Tassen die Tischplatte benässten und die feuchtigkeitsempfindliche Politur Flecken bekam. Kaffee-Untertassen waren zur Biedermeierzeit nicht üblich.

Der zweite Raum ist als Esszimmer im "Neo-Biedermeier" (um 1910) gestaltet. Seit etwa 1900 lebte der Biedermeierstil als etwas strengere Variante des Jungendstils in der Möbelgestaltung wieder auf. Diese Entwicklung wurde durch Künstler wie Franz von Stuck und Peter Behrends in Gang gebracht. Im Gegensatz zum Biedermeier des 19. Jahrhunderts standen jetzt jedoch industriell gefertigte Produkte zur Verfügung, die einem breiteren Personenkreis zugänglich waren. So erwecken die Sitzflächen der aus Bugholz hergestellten Stühle den Eindruck einer aufwendigen Intarsienarbeit, während sie lediglich mit Schablonen gebeizt sind.

 

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