Takenplatten
Im ehemaligen Pferdestall des Roscheider Hofes befindet sich die Ausstellung "Ofen- und Takenplatten".

Takenplatten sind gusseiserne Platten, die früher in Bauernhäusern in eine Aussparung der Feuerwand zwischen Küche und Stube eingemauert wurde. Sie nahm die Hitze des Feuers auf und gab sie zur Stube hin wieder ab.

Ofenplatten ähneln in Form und Herstellung den Takenplatten, die Seitenplatten verfügen an den Rändern jedoch über Lappen, die es ermöglichten, die zu einem Fünf-Platten-Ofen zusammengesetzten Platten mit der rückseite in die Wand einzumauern. Sowohl Taken- als auch Ofenplatten haben in der Regel bildliche Darstellungenund zeigen bis zur Französischen Revolution meist biblische oder heraldische Motive, danach auch mythologische oder allegorische Darstellungen. Die weite Verbreitung von biblischen Motiven in bäuerlichen Anwesen legt nahe, dass die Takenplatten dort auch als Bilderbibel dienten, die die meist des Lesens und Schreibens nicht kundigen Menschen mit biblischen Geschichten "erwärmten".

Das Phänomen der Takenheizung ist auf einen eng begrenzten geografischen Rahmen beschränkt. Takenplatten wurden nur in Eisenhütten Ost-Belgiens, Lothringens, Luxemburgs, der Eifel, des Hunsrücks und des heutigen Saarlandes hergestellt. Die ältesten bekannten Platten stammen aus dem späten 15. Jahrhundert – einer Zeit, aus der sich ansonsten aus dem ländlichen Kulturkreis nichts erhalten hat.

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Eröffnung der Takenplattenausstellung am 20.März 2005: Anprachen von Dr. Haas und Markus Zimmer-Berberich MA