Dorfwirtschaft
Die Dorfwirtschaften der 30er Jahre waren die Orte der Geselligkeit im Dorf. Hier traf man sich, hier erfuhr man die letzten Neuigkeiten, hier feierte man und hier wurden auch so manche Meinungsverschiedenheiten ausgetragen. Die Wirtschaft war jedoch in erster Linie Männersache. Frauen, die hier regelmäßig gesehen wurden, hatten schnell einen schlechten Ruf. Die Luft war von Zigaretten- und Zigarrenrauch erfüllt und auf den Tischen standen „Viezporzen“, Bier- und Schnapsgläser.


Im Museum ist zwar die Luft reiner, aber sonst konnten hier viele Einzelheiten einer Dorfwirtschaft rekonstruiert werden. Das Bier wurde aus Holzfässern gezapft, die direkt auf oder unter der Theke standen. Daneben gab es auch Gäste, die Flaschenbier bevorzugten. Dieses bekam man bis in die 60er Jahre hinein in den charakteristischen Flaschen mit Porzellanverschluss, der es möglich machte, die Flasche zwischendurch immer wieder zu verschließen.

Auch die Vereine trafen sich regelmäßig in den Wirtschaften. Sportvereine nutzten sie als Vereinslokal und auch für einen Kegelverein war die Wirtschaft der Dreh- und Angelpunkt des Vereinslebens.

Neu war in den Wirtschaften der 30er Jahren das Radiogerät an der Wand. Das neue Medium verbreitete sich bald auch in den Privathaushalten, aber noch bevor der "Volksempfänger" in jedem Wohnzimmer stand, konnte man die damals noch oft verzerrte und quäkende Stimme aus dem Äther in der Wirtschaft hören.

Videos:


Wertschaftsgepischber - Pleizenhausener Mundart mit Josef Peil (Vorderer Hunsrück).

 


Helmut Haag - Nuren aus der Porz schmeckt der Viez su richtich gammer (Trierisch)