Backstube
Am Ende der neuen Ladengasse befindet sich in einem separaten Raum die Backstube der ehemaligen Bäckerei Gail aus Polch im Maifeld, die im Zustand der 30er Jahre wiederaufgebaut wurde. Der Bäckermeister Wilhelm Gail ließ damals von der Ofenbaufirma Karl Rotbrust aus dem nahen Bell einen neuen Dampfbackofen mit zwei übereinander liegenden Backebenen errichten, der von der Seite her mit Kohle befeuert wurde. Auf dem Ofen befindet sich der Wassertank zur Dampferzeugung. In den beiden hölzernen Teigmulden, von denen eine noch aus der Zeit vor der Jahrhundertwende stammt, wurde von Hand der Teig geknetet. Zu Beginn der 30er Jahre wurden dann die große Teigknetmaschine und der am Fenster stehende Brötchenteiler angeschafft. Bis zur Schließung der Bäckerei im Jahr 1975 arbeitete hier Wilhelm Gails Sohn Rupert .

Die Backstube aus Polch ist als räumliches Ensemble ein beredtes Beispiel für einen ländlichen Handwerksbetrieb, der - zunächst im Nebenerwerb betrieben - in den 30er Jahren aufblühte und die ländliche Bevölkerung ein Menschenleben lang mit Backwaren versorgte.