Datenbank der Kulturgüter
in der Region Trier





© OpenStreetMap Mitwirkende
CC-by-SA 2.0











zum Vergrößern auf das Bild klicken

Ehemaliges Wettendorfshäuschen

West-Pallien, Gemeinde Trier
Reverchonweg

Beschreibung

Das muntere Leben und Treiben, das uns von dem Café Wettendorff (Wettendorffsbäuschen) her entgegensummte, rief uns aus unserem Phantasiespiele in die Gegenwart zurück. Jedes Ruheplätzchen in dieser interessanten Anlage, zu der es nur einer sehr leichten Nachhilfe der Kunst bedurfte, war mit Gästen besetzt. Die elegante Welt saß bei'm dampfenden Trank aus der Levante, der hier ausgezeichnet zubereitet wird. [...] Es ist fürwahr schon an und für sich ein herrlicher Genuß, im Schatten einer Kastaniengruppe von dieser schwindelnd steilen Hohe auf die tief unten am Strom sich hinbreitende Stadt und das hier in der ganzen Fülle seiner Reize sich entfaltende Thal hinabzublicken; aber uns war heute ein unvergeßlich erhabenes Schauspiel beschieden. Die von allen Seiten zusammenwogenden Gewitterwolken hatten sich in ungeheure Massen im Westen und Nordosten aufgethürmt, sich über die ganze untere Hälfte des Moselthales majestätisch hingelagert und schleierten es in ein schauerliches, von einzelnen Blitzen erleuchtetes Helldunkel, dessen Gränze die Moselbrücke bildete. Jenseits derselben aufwärts erglänzten am reinen wolkenlosen Abendhimmel das fernhinblendende Wasserlischer Kapellchen auf seiner schroffen Höhe, Conz mit seiner Römerruine, die Trümmer der Karthause, Monaise, St. Mathias, St. Medard, in den letzten Strahlen der scheidenden Sonne, die den Saum der Wetterwolken abwärts in Purpur tauchten. Die Moselberge bis Pfalzel hinab verschmolzen in die Wolkenmasse, deren düsteres Farbenspiel sich in den Wellen malte. Der allmälig näher rollende Donner mahnte uns, da wir der Kaskade in der Palliener Felsenschlucht noch einen Besuch zugedacht hatten, zum Aufbruch. [1] Das Wettendorfshäuschen ist ein nach Bernhard Heinrich Wettendorf benanntes barockes Bauwerk auf einem Privatgrundstück in Trier. In Theodor von Haupts Werk Triers Vergangenheit und Gegenwart wird der einstige Besitzer gewürdigt: Der im J. 1822 verstorbene Eigenthümer des Balduinshäuschen mit seinen Umgebungen [...] mit dem sogenannten Wettendorfshäuschen [...] ließ sich, außer der landwirthschaftlichen Benützung und Verbesserung dieses interessanten Besitzthums, auch dessen Verschönerung durch zweckmäßige Parthien angelegen seyn und trug dadurch zum Naturgenusse seiner Mitbürger redlich bey. Hoffentlich wird sein Nochfolger in demselben Geiste zu würken fortfahren. Auch Friedrich von Restorff rühmt die romantische Lage. In der Tat wurde nach der Versteigerung des Anwesens das Wettendorfshäuschen schon bald für die Öffentlichkeit nutzbar gemacht: Ab 1824 betrieb der Wirt Johann Peter Schneider eine Gaststätte in dem Bauwerk. 1854 wurde der Besitz verkauft; das Wettendorfshäuschen war zu dieser Zeit offenbar verpachtet. Ein Konkurrenzunternehmen wurde mit dem benachbarten Bellevue eröffnet, das sich aber nicht allzu lange halten konnte. 1871 gingen Gelände und Gebäude in die Hände des Rechtsanwaltes Hermann Brefeld über, der zumindest die Villa Bellevue nur noch privat nutzte. Ob es zu diesem Zeitpunkt noch einen gastronomischen Betrieb im Wettendorfshäuschen gab, scheint nicht bekannt. Nach wechselhaften Schicksalen steht die Ruine der Villa Bellevue heute unter Denkmalschutz; das Wettendorfshäuschen befindet sich auf demselben Gelände. In welchem Zustand es sich befindet, ist unklar. Beide Bauwerke sind in Privatbesitz, eine Restaurierung scheint nicht geplant. [2]

Einordnung

Kategorie:
Bau- und Kunstdenkmale / Wohn- und Wirtschaftsgebäude / Bürgerliche Wohn- und Wirtschaftsgebäude
Zeit:
Circa 1780 bis 1850
Epoche:
Klassizismus

Lage

Geographische Koordinaten (WGS 1984) in Dezimalgrad:
lon:   6.62915
lat: 49.76531
Lagequalität der Koordinaten: Genau
Flurname: Wettendorfshäuschen

Internet

http://de.wikipedia.org/wiki/Wettendorfsh%C3%A4uschen

Datenquelle

[1] Von Haupt, Theodor: Panorama von Trier und seinen Umbebungen. Vierte, gänzlich umgearbeitete Ausgabe von 1861. [2] Seite "Wettendorfshäuschen". In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 7. Juni 2009, 14:03 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wettendorfsh%C3%A4uschen&oldid=60876202 (Abgerufen: 18. Juni 2009, 06:07 UTC)

Bildquellen

1 Bild: Becker, Franz Xaver: Panorama v. Trier und dessen Umgebungen. http://www.dilibri.de/stbtr/content/titleinfo/873111
2 Bild: Becker, Franz Xaver: Panorama v. Trier und dessen Umgebungen. http://www.dilibri.de/stbtr/content/titleinfo/873111
3 Bild: Von Haupt, Theodor: Panorama von Trier und seinen Umbebungen, 1861.

Stand

Letzte Bearbeitung: 26.04.2014

Die Datenbank zum Mitmachen

Sie haben weitere Informationen und/oder Bilder zu diesem Kulturdenkmal oder zu anderen Kulturdenkmälern in der Region Trier. Wir freuen uns über alle weiteren Informationen. Bitte senden Sie uns eine e-mail an kulturdatenbank@gmx.de.

Vielen Dank!

Wir bedanken uns ganz herzlich bei den vielen Personen, die uns im Laufe der Jahre so viele Bilder und Objektbeschreibungen zugesendet haben. Ihre Namen sind auf den jeweiligen Seiten vermerkt. Darüber hinaus bedanken uns bei folgenden Institutionen für die Unterstützung unseres Projekts:


Volkskunde- und Freilichtmuseum Roscheider Hof, Konz


 
Fachbereich Wirtschaft und Rechenzentrum

 
NETGis, Gesellschaft für Geoinformation und Umweltplanung


Soziale Netzwerke

Bookmarken Sie diese Seite in einem sozialen Netzwerk:

facebook  twitter  studiVZ  Google  del.icio.us  digg  mrwong  webnews  yigg



Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit Kulturelle Sehenswürdigkeit