Sonntag den 25. Juni 2017, 11.00 bis 16.00 Uhr

Vorstellung des bundesweiten Ackerwildkrautprojektes der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft.

Roggen blüht blau und Weizen rot?
Wer kann sich noch an kornblumenblaue Roggenfelder und klatschmohnrote Weizenäcker erinnern? Ihre farbenfrohen Blüten gibt es noch reichlich zu sehen – als bunte Bilder auf Werbeprospekten und auf Lebensmittelverpackungen. In der freien Landschaft trifft man sie dagegen kaum noch. Und selbst wenn einmal eine blütenreiche Fläche zu sehen ist, fehlen dort viele der Arten, die einst mit dem Ackerbau nach Mitteleuropa kamen und sich über Jahrtausende bis weit in die 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts als Teil der heimischen Flora zu behaupten wussten.

Ohne konkrete Maßnahmen zum Schutz dieser Arten würden sie hier höchstwahrscheinlich für immer verschwinden!

Das bundesweite Ackerwildkrautprojekt der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft möchte dem entgegenwirken, indem Samen seltener Arten gesammelt, vermehrt und schließlich wiederausgebracht werden. Dieser Ansatz wurde bereits in Nordrhein-Westfalen erfolgreich erprobt und soll nun auch in Rheinland-Pfalz umgesetzt werden.

Wir freuen uns am 25.06.2017 von 11.00 bis 16.00 Uhr in unserem Museum das bundesweite Ackerwildkrautprojekt der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft und seine Umsetzung in Rheinland-Pfalz vorstellen zu dürfen. Das Projekt wird unterstützt von Bayer.



Ziel des Projektes ist der Erhalt unserer heimischen Ackerwildkräuter. Der Weg dahin führt von der Sammlung der Samen noch vorhandener Wildpopulationen über eine Zwischenvermehrung in speziellen Vermehrungsbeeten bis hin zur Wiederaussaat auf dauerhaft extensiv bewirtschafteten Äckern. Dort dient das Saatgut als Starthilfe für die Neubegründung von Populationen in naturraumtypischen Ackerwildkrautgemeinschaften. Neben den bekannten und beliebten Arten wie z.B. Kornblume und Mohn möchten wir Ihnen auch bedrohte Raritäten wie den Großen Frauenspiegel vorstellen, die am Rande des Museumsackers im Herbst ausgesät wurden. Die Arten wurden im Sommer 2016 im Naturraum Hunsrück gesammelt. Auf dem Museumsacker wurde eigens Schieferboden aus dem Hunsrück aufgebracht, um den Standortbedingungen am Herkunftsort möglichst nahe zu kommen.

Was brauchen Ackerwildkräuter?
Wie alle Pflanzen brauchen auch die Ackerwildkräuter Licht, Wasser und Nährstoffe. Darüber hinaus benötigen sie offenen Boden zum Keimen, diesen allerdings Jahr für Jahr aufs Neue. Bedingungen, wie sie in der Naturlandschaft nur an regelmäßig gestörten Standorten, wie Flussufern, Stränden oder Tierbauten herrschen – und die wir in der Kulturlandschaft auf Äckern vorfinden.

Unkraut vergeht nicht?
Durch die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft sind Höchsterträge von über 100dt Weizen pro Hektar erst möglich. Sie lässt aber den meisten Ackerwildkräutern weder zeitliche noch räumliche Nischen.